Schwimmen lernen …

10/03/2019 0 Von Thoralf Anders

Ist Schwimmen lernen ein Abenteuer? Mit 43 Jahren schon, denke ich. Zwar konnte ich mich seit der dritten Klasse einigermaßen über Wasser halten und hatte es auch, dank einer kulanten Regelung in der 10. Klasse, geschafft zur Sportprüfung die 2. Schwimmstufe abzulegen (Vergleichbar mit dem heutigen Schwimmabzeichen in Bronze), aber Anfang 40 war von meinen jugendlichen Schwimmkünsten nicht mehr viel übrig.

Da ich mich aber seit Ende 2011 mit der Trendsportart Triathlon beschäftigte reizte mich der Gedanke, noch mal richtig Schwimmen zu lernen. So mit allem drum und dran, wie ich es bei den coolen Triathlon-Typen im Fernsehen gesehen hatte …

Also nichts wie ab ins Schwimmbad. Im „CabrioSol“ Pegnitz sprang ich zu meinem ersten „Schwimmtraining“ ins Becken und „paddelte“ mit dem Kopf über Wasser knapp 10 Bahnen. Danach war ich völlig am Ende. Ich war mir allerdings nicht sicher, wie viel ich nun eigentlich „geschwommen“ war, also fragte ich den Bademeister. Er teilte mir nüchtern mit, dass es sich um ein 25-m-Becken handelte. Das war ziemlich ernüchternd für mich. Ich war also 250 m geschwommen und total platt. Zur Sprintdistanz gehörten aber mindestens 500 m, also das Doppelte :-O …

Nun ja, Übung macht ja bekanntlich den Meister und so machte ich mich schlau, wo denn in der näheren Umgebung so etwas möglich sei. Ein Internet-Link brachte mich dann zum Schwimmverein Bayreuth (SVB), wo ich mich nun an einem Montagabend zum Schwimmtraining auf Bahn 8 einfand. Ich sah jede Menge athletische Typen und die schwammen punkt 19:00 Uhr los wie die sprichwörtlichen Teufel. Ich kam kaum hinterher und schwamm in meinem halbgaren Bruststil eifrig mit. Aber es dauert nicht lange und ich hörte schon die ersten belustigten Stimmen, was denn der Brustschwimmer hier mache und war entsprechend entmutigt. Dann machte mir auch noch die Schwimmtrainerin den Vorschlag, dass ich es doch erst einmal mit einem Schwimmkurs versuchen sollte und so war meine anfängliche Euphorie einer herben Enttäuschung gewichen. Ziemlich frustriert schlich ich mich von dannen und versuchte darauf hin erst einmal an meiner grundlegenden „Schwimmperformance“ (wie man das heute so schön nennt) zu arbeiten. Das Frühschwimmen, bei dem, wie ich merkte, die Bahnen recht übersichtlich besucht sind, erschien mir geeigneter, als das gemeinsame Training mit den Triathleten.

So nach und nach machte ich erste Fortschritte, aber mit dem Kraulen wollte es noch nicht so recht klappen. Also besuchte ich tatsächlich einen Schwimmkurs bei Michael Reiwe in Würzburg. Hier konnte ich dann meine allergröbsten Technikfehler erkennen und wusste nun, woran ich zu arbeiten hatte. Wieder zurück in Bayreuth kam ich nun schon viel besser zurecht und das Kraulen wurde nach und nach zu meiner Lieblings-Schwimmdisziplin.

Rèsumè der Geschichte ist, auch wenn es anfänglich schwer und fast unmöglich erscheint, auch mit Anfang 40 (und wahrscheinlich auch noch 10 oder 20 Jahre später) kann man noch richtig schwimmen lernen und viel Spaß daran haben. Ein Meister werde ich im Becken mit Sicherheit nicht mehr, aber ich schwimme heute problemlos die 2.000 m im Kraulstil unter 50 Minuten und für mich ist das schon ein großartiger Erfolg. Schwimmen ist für mich mehr Regeneration als Wettkampf, lockert es doch prima die von der Büroarbeit verkrampfte Schultermuskulatur und die Bewegung im Wasser tut auch sonst dem Körper gut.

Für mich war das Schwimmen lernen mit 43 Jahren ein kleines Abenteuer, welches ich als sehr aufregend und mit einem für mich guten Ende empfunden habe. 😉